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Was mir zum Thema "Türkei" am ehesten einfällt, sind Schlagworte wie »"doppelte Staatsbürgerschaft",  »"Ilisu-Staudamm und Hasankeyf", »"Kurden-Verfolgung(pdf-Datei!)" und »"Taksim-Platz". Seit neuestem ist Herr Erdogan wieder vermehrt im Gespräch. Aber warum? 

Was einem dabei noch mehr ins Auge sticht, sind die auffälligen Parallelen zu Personen der kürzeren politischen Historie.

Andreas Hauß von »Medienanalyse-International hat den derzeitigen Trubel um Erdogan kurz und präzise zusammengefasst:





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Aus dem Lexikon, Stichwort "Diktatoren":
  1. Ein Diktator ist, wer so bezeichnet wird, unabhängig von seiner Wahl, bisheriger Anerkennung, Tatsachen oder Taten. (vgl. Assad, Putin, Hussein, Lukaschenko, Gaddafi etc.)

  2. Die Bezeichnung kann urplötzlich erfolgen - zuvor war man da noch international geschätzter Staatsmann, und plötzlich das. Tja... (vgl. Assad, Putin, Hussein, Lukaschenko, Gaddafi etc.)

  3. Das Problem mit weißen Westen ist, dass sie im Kontakt mit Menschen und Realitäten, Macht und Medien zunehmend verschmutzen. In der obersten Machtstufe hat nahezu kein Politiker in dieser Welt noch ein solches Kleidungsstück im Schrank. Also ist es leicht, jederzeit nach Bedarf den Benennungsschwenk zu vollziehen und auf die real existierenden Schmutzflecken zu deuten - was zuvor schlicht nicht getan wurde. Macht man ja nicht bei Freunden des Westens. (vgl. Assad, Putin, Hussein, Lukaschenko, Gaddafi etc.)

  4. Der betroffene Diktator reibt sich verwundert die Augen und sagt böse Sachen - was er zuvor meist nicht tat (gegenüber den westlichen Freunden). Jetzt wird er auch noch Verschwörungstheoretiker. Verschwörungen gibt es bekanntlich nicht, hat es nie gegeben, und im Westen erst recht nicht. (vgl. Assad, Putin, Hussein, Lukaschenko, Gaddafi etc.)







  5. Gut ist für einen Diktator, wenn er über A-Waffen verfügt oder/und keine Rohstoffe hat. Pech ist, wenn man keine Chemiewaffen zum Abliefern hat (Hussein)

  6. Eine Opposition findet sich allemal, gerne unter "Volksgruppen", die nicht genug abbekamen. Der Begriff "Minderheit" ist ähnlich schwammig, sie kann gelegentlich auch aus nur einer Person bestehen (Milliardär, Milliardärin). Milliardenbetrügerinnen mit Bandscheibenproblemen sind besonders starke Gegner von Diktatoren. Wenn sie im Knast sitzen, ist die Titulierung als "Freiheitskämpfer" naturgemäß besonders passend.

  7. Ratschlag an alle Diktatoren: Genießen Sie die Zeit, die Ihnen vergönnt ist, bevor Ihre Akte gezogen wird. Solange das "D-Wort" nicht fällt, steht der Westen hinter Ihnen. Allerdings mit dem Messer in der Hand und gespannten Augen und Ohren. So was muss man aber ab können, alles reine Nervensache.

Premierminister Recep Tayyip Erdoğan:

"Ich empfehle, dass Deutschland die Auseinandersetzung mit dem ‘tiefen Staat’ in der Türkei als Vorbild nimmt."

Das sagt man nicht ungestraft.

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© M.A.I. 

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